Keine Werbung mehr für Raubkopierer im Netz

GRAMSTA
Mittwoch, 23. November 2011 von
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Kaum ist die illegale Plattform kino.to vom Netz, geht der Ärger weiter. Denn mit kinox.to ist der Nachfolger schon am Start - und auch hier wird fleißig Werbung geschaltet. Die deutsche Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, kurz GVU, will jetzt den illegalen Tauschbörsen wie kinox.to den Geldhahn zudrehen.

Während Strafverfolgungsbehörden und betroffene Unternehmen nur langsam gegen die internationalen Raubkopierer vorankommen, soll es die Werbewirtschaft richten. Schaltet keine Anzeigen bei Raubkopierern, fordert die GVU.

"Seit Juni beobachten wir einen harten Wettkampf unter diesen digitalen Hehlern", sagt GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy. Gekämpft wird vor allem um Nutzerzahlen. "Diese parasitären Geschäftsmodelle verdienen mit jedem Nutzer Geld durch Werbeeinnahmen. Je mehr Nutzer eine Seite anlocken kann, desto mehr Seitenzugriffe können die Verantwortlichen dieser Syndikate vermarkten."

Dabei geht es vor allem um Schmuddelwerbung, die auf anderen Websites unerwünscht ist: also Promotion für Sex-Chats, Sportwetten und andere Online-Glücksspiele. Allerdings taucht auch ein "namhafter Anbieter von Firewall-Systemen, ein großer Mobilfunkanbieter und diverse Browsergames" auf den illegalen Seiten auf, so die GVU.

Leonardy: "Es ist schon unerträglich, dass wertvolle Medieninhalte der Kreativwirtschaft als 'Lockmittel' missbraucht werden, indem ihre Attraktivität ausgebeutet wird, um dubiose Online-Dienste zu vermarkten. Es ist aber zusätzlich ein Unding, dass dabei zum Teil namhafte Anbieter durch Bewerbung ihrer Produkte und Dienste als Financiers solcher Kriminellen wirken."

Zunächst will es der Verband mit Überzeugungsarbeit versuchen. Sowohl die Werbewirtschaft als auch deren Auftraggeber sollten im eigenen Interesse umgehend Mechanismen einführen, die eine Platzierung von Werbemitteln auf Raubkopierer-Seiten unterbinden.

Ansonsten, droht der Verbandschef, müsse strafrechtlich gegen "schwarze Schafe der Werbewirtschaft" vorgegangen werden.

Den Verbandsoberen gehen anscheinend die Alternativen aus, denn die Erfolgsbilanz ist nur auf den ersten Blick erfreulich. So konnte zwar die Gesamtzahl der illegalen Streaming-Portale seit 2008 reduziert werden. Allerdings: Die Zahl der angebotenen Downloads ist im gleichen Zeitraum gestiegen.

Allein im vergangenen hat sich die Anzahl der Filmlinks auf 515.164 vervierfacht.

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